Mottl, Felix (1856-1911), Dirigent und Komponist

Mottl Felix, Dirigent und Komponist. * Wien-Ober St. Veit, 24. 8. 1856; † München, 2. 7. 1911. Auf Grund seiner musikal. Begabung wurde er 1866 als Sängerknabe der Hofkapelle am Löwenburg. Konvikt aufgenommen. 1869 kam er an das Schottengymn., ging aber 1870 an das Wr. Konservatorium und stud. bei Bruckner (s. d.), A. Door, W. Scheuner, O. Dessoff (s. d.) und J. Hellmesberger (s. d.) Musik. 1875 wurde er Korrepetitor an der Wr. Hofoper und gründete gem. mit anderen den Wr. Akadem. Richard Wagner-Ver. 1876 war er in Bayreuth als Korrepetitor für die ersten Festspiele tätig. 1878 wurde er Kapellmeister der Kom. Oper in Wien (Ringtheater). 1880 wurde durch Förderung Liszts (s. d.) seine Oper „Agnes Bernauer“ in Weimar uraufgeführt, 1880–1903 war er Kapellmeister am Hoftheater in Karlsruhe, ab 1893 Gen. Musikdir. Nach einer Amerikareise wirkte er ab 1904 als Gen. Musikdir. in München. 1907 wurde er auch Dir. der Münchner Hofoper. M., ab 1886 auch als Dirigent in Bayreuth tätig („Tristan und Isolde“), gehörte zu den führenden Anhängern Wagners und der neudt. Schule. Als Komponist konnte er sich nicht durchsetzen. Er war ab 1892 mit der Folgenden einige Zeit verheiratet.

W.: Lieder; Bearbeitungen. Opern: Agnes Bernauer, 1880; Der Tod des Narzissus, 1898; Fürst und Sänger.
L.: Die Musik in Geschichte und Gegenwart; Riemann.
(Th. Antonicek)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 6 (Lfg. 30, 1975), S. 393f.
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