Klob, Karl Maria; Ps. Wolfgang Karlob, Hans auf der Mauer (1873-1932), Schriftsteller

Klob Karl Maria, Ps. Wolfgang Karlob, Hans auf der Mauer, Schriftsteller. * Olmütz (Olomouc, Mähren), 18. 5. 1873; † Wien, 1. 10. 1932. Neffe des Vorigen und des Juristen Friedrich K. (s. d.), Vetter des Folgenden; wurde nach einer techn. Ausbildung Sparkassenbeamter und hoffte, nebenbei weitgehend seinen literar. Neigungen leben zu können. 1897 kam er nach Wien und gründete hier gem. mit J. Kitir (s. d.) die „Poetischen Flugblätter“; 1901–03 war K. gem. mit O. Pach Mithrsg. der „Deutschen Literaturbilder“. Er redigierte auch die Z. „Neue Bahnen“. Nach 1900 widmete sich K. ganz der eigenen Arbeit. Er behielt noch in den Anfängen seines dramat. Schaffens die besinnliche, auf poet. Schönheit gerichtete Weise seiner Lyrik bei, erwies sich jedoch in seinen späteren Werken als bühnenwirksamer Gestalter vor allem hist. Stoffe, scharfer Charakterzeichner und begabt zu spannungsreich geführter Dramenhandlung. Seine Novellen und Erzählungen sowie seine Biographien und Musikkritiken sind von überzeugtem, oft leidenschaftlichem Einsatz für echte geistige Werte geprägt.

W.: Ernster Sang und Schellenklang (Gedichte), 1898, 2. Aufl. 1901; Dramen: Der Uhrmacher von Olmütz, 1897; Im Hexenwahn, 1898; Prinz Habezwirn, 1900; Die Wunderorgel, 1902; Christian Schubart, 1902; Aus der Provinz, 1902; Karl Eugen, 1905; Die Rothenburger, 1907; etc. Erzählungen u. a.: Dämmer und Strahlen. Ernste und heitere Erzählungen, 1902; Die kom. Oper nach Lortzing, 1904; Schubart. Ein dt. Dichter- und Kulturbild, 1908; Krit. Gänge, 2 Bde. (1. Musik und Oper; 2. Literatur und Theater), 1909; Biographien dreier Biedermänner, 1911; Die Oper von Gluck bis Wagner, 1912; Ketzerbriefe an eine Dame, 1913; Die Verirrte (Roman), 1914; Homunkulus (Epos), 1919; Mepho. Ein Traumbild (Novelle), 1919; etc.
L.: N. Wr. Tagbl. vom 4. 10. 1932; Brümmer; Giebisch–Pichler–Vancsa; F. Jaksch, Lex. sudetendt. Schriftsteller, 1929; J. W. König, Das Schrifttum des Ostsudetenlandes, 1964; Kosch; Kürschner, Jgg. 1899–1932, 1936; Nagl–Zeidler–Castle 4, S. 2147 und 2152; Kosch, Das kath. Deutschland; Wer ist’s? 1911.
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 3 (Lfg. 15, 1965), S. 415f.
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