Lachnith, Ludwig Wenzel (1746-1820), Komponist, Hornvirtuose und Klavierpädagoge

Lachnith Ludwig Wenzel, Komponist, Hornvirtuose und Klavierpädagoge. * Prag, 7. 7. 1746; † Paris, 3. 10. 1820. Erhielt den ersten Musikunterricht bei seinem Vater Franz L., der als tüchtiger Musiker an der Jesuitenkirche in Prag wirkte. Anfangs in der Kapelle des Herzogs von Zweibrücken tätig, stud. er 1773 in Paris bei Joh. Josef Rudolf (Rodolphe) Horn, mußte jedoch aus Gesundheitsgründen das Horn aufgeben. Er stud. nun Klavier und Komposition bei dem Pariser Opernkomponisten François A. Danican-Philidor. Durch die polit. Ereignisse geriet er in seiner Stellung bei der Pariser Oper in Schwierigkeiten und konnte sein Leben nur mit Privatunterricht fristen. Seine Opern sind meistens nur Opern-Pasticci, seine umfangreiche Kammermusik ist von Haydn und Pleyel beeinflußt.

W.: 12 Streichquartette; 6 Klaviertrios; Trios; 30 Sonaten für Violine und Klavier; 24 Symphonien; 3 Konzerte für Horn und Orchester (unvollendet); Opern: L’Heureuse reconciliation, uraufgeführt 1785; Les Mystères d’Isis (nach Mozarts Zauberflöte), uraufgeführt, 1801; 2 Oratorien: Saul, gem. mit Ch. Kalkbrenner; Die Einnahme von Jericho, 1805; Les Fetes lacédémonniennes, 1808; Publ.: Métode ou principe général de doigter pour le pianoforte, gem. mit L. Adam, 1798; etc.
L.: Prager Abendbl. vom 9. 1. 1896; Allg. musikal. Ztg. (Leipzig) 4, 1801/02, Abs. 69, 5, 1803, Abs. 525, 14, 1812, Abs. 261, 23, 1821, Abs. 82, 142 f.; Abert; Černušák-Helfert; Die Musik in Geschichte und Gegenwart; Fétis; Grove; Reissmann; Riemann; Wurzbach; Kosch, Das kath. Deutschland; H. Berlioz, Literar. Werke, Bd. 9, 1903, S. 26; G. Servieres, Episodes d’histoire musicale, 1914, S. 146 ff.; P. Nettl, W. A. Mozart, 1955, S. 39; J. Srb-Debrnov, Slovník hudebních umělců slovanských (Lex. slaw. Musiker), S. 213, Manuskript, National-Mus., Prag, Musikabt.
(Tarantová)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 4 (Lfg. 20, 1969), S. 394
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