Reiss, Eduard (1850-1907), Jurist und Kommunalpolitiker

Reiss Eduard, Jurist und Kommunalpolitiker. * Załośce (Založci, Galizien), 8. 5. 1850; † Wien, 27. 4. 1907. Sohn eines Czernowitzer Arztes; stud. an der Univ. Wien 1868/69 Med., 1869–72 Jus; 1879 Dr. jur. an der Univ. Czernowitz. Nach Rechtspraxis (ab 1872) beim Landesgericht in Czernowitz (Černivci) stand er ab 1873 im Justizdienst und trat 1875 in eine Advokaturskanzlei in Czernowitz ein; ab 1880 selbständiger Advokat, ab 1893 Mitgl. der judiziellen Staatsprüfungskomm., 1900 Reg.Rat, ab 1901 2. Präs.Stellvertreter der Bukowinaer Advokatenkammer. R., ab 1884 Gemeinderat, wurde 1894 1. Vizebürgermeister von Czernowitz und als solcher siebenmal wiedergewählt. Schon in dieser Funktion machte er sich – bes. in den letzten Amtsjahren von Bürgermeister v. Kochanowski (s. d.) – um die territoriale Erweiterung der Stadt und um den Ausbau ihrer kommunalen Einrichtungen hochverdient. 1905 bis zu seinem Tode Bürgermeister von Czernowitz und somit der erste jüd. Bürgermeister einer autonomen Landeshauptstadt der Monarchie.

L.: Bukowiner Post vom 13. 4. 1905; N. Fr. Pr. vom 29., Czernowitzer Allg. Ztg., Czernowitzer Ztg. und Czernowitzer Tagbl. vom 30. 4., 1. und 3. 5. 1907; Wininger; A.Gaisbauer, Zionismus und jüd. Nationalismus in Zisleithanien (1882–1918), phil. Diss. Wien, 1981, s. Reg.; KA und UA, beide Wien; Mitt. E. Beck. Magstadt, BRD.
(H. Reitterer)  
PUBLIKATION: ÖBL 1815-1950, Bd. 9 (Lfg. 41, 1984), S. 60
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