Alker Elisabeth (Lisl), geb. Grimm, Bibliothekarin, Lehrerin und Drogistin. Geb. Wien, 1. 9. 1918; gest. Wien, 19. 4. 1993; röm.-kath., ab 1952 evang. AB. Tochter des Drogisten Otto Grimm (geb. Postelberg, Böhmen / Postoloprty, Tschechien, 14. 10. 1889; gest. Wien, 29. 9. 1948) und der Drogistin Hermine Grimm, geb. Saukel, (geb. Wien, 9. 9. 1894; gest. Wien, 31. 7. 1978); ab 1943 verheiratet mit →Hugo Alker. – 1936 schloss Alker das Realgymnasium an der Bundesrealschule Schuhmeierplatz in Wien-Ottakring mit der Matura ab. 1936–40 studierte sie Germanistik und Romanistik an der Universität Wien, wo sie 1942 mit der Dissertation „Die Frauengestalten in Eichendorffs Dichtungen“ bei Josef Nadler zum Dr. phil. promovierte. Alker war von 1943 bis Juni 1945 an der Bibliothek der Hochschule für Welthandel in Wien als Kriegsersatzkraft (für den eingerückten Hans Jancik) tätig, wo sie neben Aufsichts- und Kanzleipersonal die einzig anwesende Bibliothekarin war. Eine anschließende Anstellung als wissenschaftliche Hilfskraft am Institut für romanische Sprachen der Hochschule für Welthandel, die sich v. a. der Ordnung und Verzeichnung der Institutsbibliothek widmete, verlor sie mit Jahresende wegen fehlender Nachweise politischer Unbescholtenheit (ihr Vater gehörte schon 1932 als illegales Parteimitglied der NSDAP an). 1946–48 war Alker privat als Sprachlehrerin sowie als Französischlehrerin an der Privat-Handelsschule Dr. Hörist in Wien-Neubau tätig. Nach dem Tod ihres Vaters absolvierte sie im elterlichen Betrieb, der Adlerdrogerie in der Sechshauser Straße in Wien-Rudolfsheim, die Drogistenlehre, legte 1950 die Drogisten- sowie die Kaufmannsgehilfenprüfung ab und übernahm im selben Jahr von ihrer Mutter die Geschäftsführung des „Witwenfortbetriebs“. Nachdem diese 1958 ihre Gewerbeberechtigung zurückgelegt hatte, war Alker selbstständige Drogistin, bis sie das Geschäft 1963 aufgrund des fortgeschrittenen Alters der mitarbeitenden Mutter aufgab. Anschließend hatte Alker von 1963 bis zu ihrer Pensionierung 1979 an der Bibliothek der Technischen Hochschule bzw. Technischen Universität Wien eine Teilzeitstelle im höheren Bibliotheksdienst inne und war v. a. mit administrativen Aufgaben der Buch- und Zeitschriftenverwaltung betraut. 1963–66 unterrichtete sie außerdem als Vertragslehrerin Waren- und Verkaufskunde sowie Wirtschaftsgeographie in Buchhandels-Fachklassen der Berufsschule für Einzelhandel in Wien. Parallel zu ihren beruflichen Tätigkeiten in Bibliothek, Drogerie und Schulen sowie der – nicht namentlich angeführten, wohl aber aktenkundigen – Mitarbeit an bibliotheks- und buchkundlichen Veröffentlichungen ihres Ehemanns entstanden mehrere wichtige Publikationen. So zeichnet Alker für die ersten beiden Bände des bibliographischen Standardwerks „Verzeichnis der an der Universität Wien approbierten Dissertationen“ 1937/44‒1964/65 (1952, 1954) allein verantwortlich, für die weiteren Bände (1959, 1965, 1969) gemeinsam mit Hugo Alker. Ebenso als Gemeinschaftswerk von beiden erschien 1966 das beschreibende Verzeichnis „Das Beutelbuch in der bildenden Kunst“ (1978 folgten „Ergänzungen“).

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