Alker Hugo, Bibliothekar. Geb. Wien, 18. 9. 1918; gest. Wien, 20. 12. 2000; röm.-kath., ab 1952 evang. AB. Sohn des Bürgerschullehrers Hugo Alker (geb. Neutitschein, Mähren / Nový Jičín, Tschechien, 20. 7. 1873; gest. Wien, 11. 7. 1942) und seiner Frau Rosalia (Rosa) Alker, geb. Donner (geb. Pirawarth, Niederösterreich / Bad Pirawarth, 12. 4. 1887; gest. Wien, 25. 9. 1918); ab 1943 mit →Elisabeth Alker verheiratet. – Alker absolvierte nach der Matura an der Bundesrealschule am Schuhmeierplatz in Wien-Ottakring 1936 zunächst den Militärdienst als Einjährig-Freiwilliger. Sein 1937 begonnenes Studium der Deutschen und Romanischen Philologie an der Universität Wien wurde 1940–42 durch den Dienst bei der Luftwaffe der Deutschen Wehrmacht sowie eine neunmonatige Kriegsgefangenschaft 1945 unterbrochen und 1946 mit der Lehramtsprüfung für die Fächer Deutsch und Französisch und der Promotion zum Dr. phil. abgeschlossen (Dissertation: „Jean Paul: Wandel seines Bildes in der Kritik“). Ab 1946 absolvierte Alker die Ausbildung für den höheren Fachdienst an Bibliotheken an der Österreichischen Nationalbibliothek, 1956–60 studierte er außerdem als Gasthörer Zoologie und Botanik in Wien. 1946–79 war Alker als Bibliothekar an der Universitätsbibliothek Wien tätig. Zu den anfangs übernommenen Fachreferaten für Romanische Philologie und Inkunabeln kam während der 1960er-Jahre jenes für Allgemeine Naturwissenschaften. Ab 1952 war er Direktionssekretär und bis 1968 Leiter der Direktionsabteilung, ab 1960 Leiter der Entlehnabteilung, zeitweise auch Leiter der Lesesaalaufsicht sowie der Arbeitsgruppe Rationalisierung. 1974 wurde er zum Vizedirektor und zum wirklichen Hofrat ernannt. Eine Bewerbung um die Nachfolge des 1968 in den Ruhestand getretenen Bibliotheksdirektors Rudolf Dettelmaier blieb trotz dessen Empfehlung und einer Intervention des evangelischen Bischofs erfolglos. Alker trat während seiner Berufslaufbahn durch zahlreiche Publikationen zum Bibliothekswesen, zu Buchkunde und Bibliografie sowie Beständen und Organisation der Universitätsbibliothek Wien hervor. Von einem durch ein Stipendium der UNESCO ermöglichten halbjährigen Auslandsaufenthalt an Bibliotheken in England, Frankreich und Skandinavien berichtete er auf dem 1. Österreichischen Bibliothekartag 1950, in Fachzeitschriften und Zeitungen. Anlässlich der Wiedereröffnung der Universitätsbibliothek Wien nach den Zerstörungen des 2. Weltkriegs erschien 1951 sein Bibliotheksführer „Die Universitätsbibliothek Wien. Geschichte, Organisation, Benützung“, der bis 1973 fünf Auflagen erreichen sollte. Ab 1957 war er am anfangs von seiner Ehefrau allein zusammengestellten „Verzeichnis der an der Universität Wien approbierten Dissertationen 1937/44‒1964/65“ (5 Bände, 1952‒69) beteiligt. 1958 erschien der „Katalog der Inkunabeln der Universitätsbibliothek Wien“ und 1966 das wiederum gemeinsam erstellte beschreibende Verzeichnis „Das Beutelbuch in der bildenden Kunst“. Auch Alkers Interessen abseits des Bibliothekswesens fanden in Publikationen ihren Niederschlag: In den 1950er-Jahren veröffentlichte er schwermütige Gedichte, Landeskundliches aus der Region seines Zweitwohnsitzes Elsarn am Jauerling in der Wachau und Beiträge zum Protestantismus. Von den musikwissenschaftlichen Veröffentlichungen des praktizierenden Hausmusikers rund um Blockflöten, Tasteninstrumente und Kleinorgeln wurde seine mehrmals wiederaufgelegte „Blockflöten-Bibliographie“ (1960/61; 1966–75; 1985) zum deutschsprachigen Standardwerk. Im Rahmen seiner Mitgliedschaft in der Vereinigung Österreichischer Bibliothekare (VÖB) war Alker 1950–52 zweiter Redakteur der „Mitteilungen der VÖB“, 1948–58 Mitglied im Vereinsausschuss sowie in verschiedenen Kommissionen tätig. Außerdem war er ab 1953 Mitglied und zuletzt stellvertretender Vorsitzender der Prüfungskommission für den Gehobenen Fachdienst an Bibliotheken beim Bundeskanzleramt, ab 1967 Mitglied der Qualifikationskommission für das Bibliothekswesen im Bundesministerium für Unterricht und ab 1968 Mitglied der Disziplinarkommission für Wiener Universitäten und Hochschulen bei der Finanzlandesdirektion. Alker wurde 1965 anlässlich des 600-Jahr-Jubiläums der Universität Wien mit dem Goldenen Ehrenzeichen und 1979 mit dem Großen Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich ausgezeichnet.

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