Alma Bernhardine, Ps. Bernharda Alma, Schriftstellerin. Geb. Wien, 31. 1. 1895; gest. Wien, 7. 12. 1979; röm.-kath. Tochter von Maximilian Alma, ursprünglich Altmann (1864–1931), Vizepräsident der Ersten Donau-Dampfschiffahrts-Gesellschaft, und der Hausfrau Lydia Alma, geb. Tanzer (1862–1932). – Alma wuchs in Wien als eines von vier Kindern in einer bürgerlichen Familie auf. Kultur spielte in ihrer Erziehung eine wichtige Rolle, der Vater komponierte und verfasste Texte für Bühnenstücke. Dennoch endete ihre Schulbildung nach dem Besuch der Volks- und Hauptschule in Wien-Leopoldstadt und eines Mädchenfortbildungskurses des katholischen Schulvereins. Während des 1. Weltkriegs war sie als Rotkreuzhelferin tätig und wurde als Hilfsschreibkraft eingesetzt. 1918 begann sie, literarische Texte, Gedichte und Fortsetzungsromane mit zumeist religiösen Inhalten zu veröffentlichen. Diese erschienen zunächst unter ihrem Namen und später unter den Pseudonymen Alma Bernharda sowie Bernharda Alma in Zeitschriften wie „Grazer Volksblatt“, „Das interessante Blatt“, „Elisabeth-Blatt“, „Wiener Illustrierte Zeitung“ oder „Reichspost“ sowie in Anthologien, u. a. dem „St. Josephs-Kalender“. Publikationen wie „Maria von Bethanien. Ein Roman aus dem alten Jerusalem“ (ca. 1920) oder „Mutter der Lebendigen. Legenden um Eva“ (1934) brachten ihr v. a. in katholischen literarischen Kreisen Beachtung ein. Daneben schrieb sie in den frühen 1930er-Jahren Texte für religiöse Spiele, die etwa von den Spielleuten Gottes aufgeführt wurden. Zu nennen ist hier beispielsweise „Du Ursache unserer Fröhlichkeit“ (1931). In den 1920er- und 1930er-Jahren wurden ihre literarischen und religiösen Texte im Rahmen von Veranstaltungen des Deutschen Schriftstellerverbands Österreichs, des Verbands katholischer Schriftsteller und Schriftstellerinnen Österreichs oder der Christlich-deutschen Schriftstellervereinigung Winfried präsentiert. Wie auch an ihrer Mitgliedschaft beim Deutschen Schriftstellerverband deutlich wird, stand sie in dieser Zeit deutschnationalen Kreisen nahe. Das Journal der lebenslangen Tagebuchschreiberin zeigt aber ihre politische Eigensinnigkeit, die auch ihr Verhältnis zur katholischen Kirche und deren Würdenträgern prägte. 1938 gehörte sie zu den wenigen Wahlberechtigten, die mit einem „Nein“ gegen den „Anschluss“ an das Deutsche Reich stimmten. Zwischen 1938 und 1945 publizierte sie kaum; eine Ausnahme ist das 1940 erschienene Buch „Die enge Pforte. Missionserzählungen aus Indien“. Alma überlebte den Krieg gemeinsam mit ihrem Bruder Marius in Wien. Nach 1945 veröffentlichte sie noch einige Erzählungen in Zeitschriften – etwa in der „Österreichischen Zeitung“ –, Gedichte und Romane wie „Das gebundene Licht“ (1968). Sie starb verarmt in Wien. Obwohl Alma in der Zwischenkriegszeit Anerkennung für ihre Werke genoss, in deutschnationalen sowie katholischen Schriftstellerkreisen verkehrte und auch nach 1945 noch vereinzelt in Erscheinung trat, sind ihre Texte heute weitestgehend unbekannt. Hingegen ist ihre umfangreiche diaristische Hinterlassenschaft – es existieren 47 Tagebücher, die sie seit ihrer Jugend führte – in den letzten 20 Jahren als eine besonders wertvolle Quelle für die historische Forschung entdeckt worden.

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