Altenburger Erwin, bis 1920 Kurka, Funktionär und Politiker. Geb. Mautern (Steiermark), 3. 11. 1903; gest. Wien, 7. 2. 1984; röm.-kath. Sohn des Sattlermeisters Oskar Kurka und der Josepha Kurka, geb. Wohlmuther, 1920 adoptiert von dem Realitätenbesitzer Anton Altenburger und dessen Frau Elise. – Altenburger absolvierte die Volks- und Hauptschule und erlernte das Handwerk eines Schuhmachers. 1921–27 besuchte er diverse kaufmännische Kurse in Salzburg und Leoben sowie Schulungen an der Gewerkschaftsschule Königswinter und im Ausland. Schon als Lehrling wurde er von der Katholischen Soziallehre geprägt und war 1918 in Leoben Mitbegründer einer Lehrlingsorganisation. Nach seiner Gesellenprüfung engagierte er sich im Katholischen Gesellenverein und im Reichsbund der katholischen Jugend. Daneben besuchte er kaufmännische Kurse an der Handelsschule. 1923 wurde er Sekretär des Landeskartells der Christlichen Gewerkschaften in Salzburg und 1924 in die Zentrale der Christlichen Gewerkschaften nach Wien geholt, wo er zu einem der führenden Funktionäre der Christlichen Gewerkschaftsjugend avancierte. 1927–34 fungierte er als Zentralsekretär der Gewerkschaft christlicher Textilarbeiter. Im „Ständestaat“ war er Leiter der Gewerkschaft der Arbeiter im Textil- und Bekleidungsgewerbe. Im März 1938 wurde Altenburger verhaftet und angeklagt, jedoch freigesprochen und im Juli 1938 enthaftet. Danach war er als „Wehrunwürdiger“ in verschiedenen Berufen tätig. In der Folge gehörte er dem Widerstandskreis um Lois Weinberger an. Gemeinsam mit ihm vertrat er die Idee einer Einheitsgewerkschaft und war gegen die Wiederbegründung der Christlichen Gewerkschaften. Nach dem Krieg war Altenburger sogleich wieder politisch bzw. gewerkschaftlich tätig. Er war Mitbegründer des Österreichischen Arbeiter- und Angestelltenbunds (ÖAAB) und wurde im Sommer 1945 einer der Sekretäre der Bundesleitung des ebenfalls neu gegründeten Österreichischen Gewerkschaftsbunds (ÖGB). Nachdem Weinberger seinen Schwerpunkt in die Wiener Kommunalpolitik verlegt hatte, wurde Altenburger im April 1946 zum Vizepräsidenten des ÖGB gewählt, welche Funktion er bis 1975 ausübte. Sein Nachfolger in diesem Amt wurde Johann Gassner. Altenburger kandidierte im November 1945 erfolgreich bei den Wahlen zum Nationalrat und gehörte diesem 1945–70 an. Unter Bundeskanzler Leopold Figl war er von Jänner 1947 bis November 1949 Bundesminister ohne Portefeuille im Bundeskanzleramt. Von März 1949 bis Mai 1952 war er geschäftsführender Bundesobmann des ÖAAB. Dieser verstand sich ursprünglich als Nachfolger der Christlichen Gewerkschaften. Da sich aber Weinberger als Bundesobmann des ÖAAB aus der gewerkschaftlichen Tätigkeit zurückgezogen hatte und seinen politischen Schwerpunkt als Vizebürgermeister von Wien sah, wurden die politischen und die gewerkschaftlichen Tätigkeiten der christlichen Arbeiterbewegung getrennt. Der ÖAAB konzentrierte sich auf die (partei-)politische Arbeit. Daher kam es im April 1951 zur Bildung der Fraktion Christlicher Gewerkschafter im Rahmen des ÖGB, zu dessen Bundesvorsitzenden Altenburger im September 1951 gewählt wurde. In seiner Eigenschaft als Gewerkschafter und Parlamentarier war er wesentlich am Aufbau des österreichischen Sozialstaats nach dem Krieg und 1955/56 an der Schaffung des Allgemeinen Sozialversicherungsgesetzes (ASVG) beteiligt. Trotz aller Kompromissbereitschaft gegen die Dominanz der SPÖ im ÖGB, konnte sich Altenburger behaupten. In seiner Person verkörperte er zum einen die Idee der Christlichen Gewerkschaften, wie sie u. a. von Leopold Kunschak vor und nach dem 1. Weltkrieg geprägt wurde, und zum anderen die Kontinuität der Einheitsgewerkschaft des „Ständestaats“ sowie in der überparteilichen Einheitsgewerkschaft des ÖGB. Er war einer der führenden Vertreter der Sozialpartnerschaft, die Österreich in den Jahrzehnten nach dem Krieg kennzeichnete. Altenburger war 1947–51 auch Präsident des Österreichischen Mieter- und Siedlerbunds, einer Vorfeldorganisation der ÖVP, 1948 Ehrenmitglied der Wiener CV-Verbindung Rhaeto-Danubia.

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