Amon Hans (John), Buchhändler und Kunstsammler. Geb. Wien, 14. 11. 1904; gest. New York City, New York (USA), 2. 11. 1998; bis 1924 mos. Sohn des Papierwarenfabrikanten und -großhändlers Adolf Amon, ursprünglich Salomon, Namensänderung 1903 (geb. Wien, 27. 9. 1869; gest. Wien, 29. 9. 1940) und von Helene Amon, geb. Grünwald (geb. Ödenburg / Ödenburg/Sopron, Ungarn, 16. 3. 1880; deportiert am 28. 10. 1941 ins Ghetto Litzmannstadt, Deutsches Reich / Polen; 1947 für tot erklärt), Bruder der Keramikerin Gertrud Natzler, geb. Amon (geb. Wien, 7. 7. 1908; gest. Los Angeles, Kalifornien, USA, 3. 6. 1971), Vater der Chemikerin und Bildungsexpertin Senta Raizen, geb. Amon (geb. Wien, 23. 10. 1924; gest. Arlington County, Virginia, USA, 23. 12. 2017); verheiratet mit Helene Amon, geb. Kriss (Kris, Kryss) (geb. Kolomea, Galizien / Kolomyja, Ukraine, 17. 12. 1904; gest. New York City, Mai 1940). – Amon erlernte nach Abschluss der Mittelschule den Beruf des Buchhändlers. Zugleich besuchte er Vorlesungen an der Universität Wien in den Fächern Kunstgeschichte, Germanistik und Sinologie. Nach zehnjähriger Tätigkeit in Wiener Buchhandlungen eröffnete er im November 1932 im neu errichteten Hochhaus in der Wiener Herrengasse ein eigenes Geschäft mit modernem Antiquariat. Der Schwerpunkt des Sortiments lag auf der Kunst und Kultur Ostasiens. Außerdem machte sich Amon als Sammler und Experte für ostasiatische Kunst einen Namen; sein besonderes Interesse galt den Meistern des japanischen Holzschnitts. So steuerte er zahlreiche Exponate für die Ausstellung chinesischer und japanischer Malerei und Grafik im Herbst 1932 in der Wiener Albertina bei und wirkte an der Katalogisierung mit. Zuletzt wurden im März/April 1938, ebenfalls in der Albertina, japanische Holzschnitte aus seiner Sammlung ausgestellt. Nach dem „Anschluss“ Österreichs wurde die Buchhandlung aufgrund der jüdischen Abstammung Amons liquidiert. Vor seiner Flucht nach Großbritannien im Herbst 1938 gelang es ihm noch, eine Ausfuhrbewilligung für eine Reihe von Kunstgegenständen aus seinem Besitz, wie Ölbilder, Aquarelle, Holzschnitte und Plastiken, zu erhalten. Damit kam er einer Intervention des einflussreichen Kunsthändlers und Profiteurs beschlagnahmter jüdischer Kunstsammlungen Anton Exner beim Bundesdenkmalamt zuvor, der die Ausfuhr einiger wertvoller Objekte, vorgeblich zugunsten der Albertina, zu verhindern trachtete. Von London emigrierte Amon 1939 nach New York weiter, wo er zunächst unter prekären materiellen und gesundheitlichen Bedingungen als Hilfsarbeiter tätig war und schließlich Geschäftsführer einer Spedition wurde. Eine Wiederaufnahme seiner ehemaligen Tätigkeit als Buchhändler und Kunstsammler ist nicht bekannt.

) 