Apfelbeck Hugo Carl Ludwig, Montanist. Geb. Autal (Steiermark), 18. 3. 1889; gest. Graz (Steiermark), 1. 4. 1967; bis 1915 röm.-kath. Sohn von Hermine Apfelbeck, geb. Gasteiger, und dem Grundbesitzer Ludwig Apfelbeck; ab 1916 verheiratet mit Maria Apfelbeck, geb. Bilina. – Die Kindheit verlebte Apfelbeck in Knittelfeld. Nach dem Besuch der Volksschule trat er in die Landes-Oberrealschule in Graz ein, die er 1906 mit der Matura abschloss. Danach belegte er das Studium des Bergwesens an der Montanistischen Hochschule in Leoben; 1912 Diplom-Ingenieur. Im Anschluss absolvierte er das Praxisjahr im Kohlenwerk Fohnsdorf (Wodzicki-Schacht), wechselte im Frühjahr 1913 zum Goldbergbau Radhausberg (Salzburg) und war im selben wie im folgenden Jahr als Assistent bzw. Betriebsleiter im dalmatinischen Kohlenwerk Monte Promina bei Siverić tätig. Anschließend unternahm Apfelbeck, gefördert durch ein Max von Gutmann-Reisestipendium, Studienfahrten durch Westfalen, Oberbayern und nach Ostrau. Ende 1914 ging er in das westböhmische Braunkohlerevier Wohontsch, wo er bis 1917 Betriebsleiter des Kaiser-Franz-Josef-Stollens des Kohlen-Industrievereins Teplitz-Schönau war. Aufgrund seiner erfolgreichen Tätigkeit für denselben wurde Apfelbeck im Mai 1917 zum Oberberginspektor der Skoda-Werke AG in Pilsen berufen, um die Rohstoffbasis des Betriebs auszubauen. Nach dem 1. Weltkrieg verblieb er als österreichischer Staatsbürger im neugegründeten tschechoslowakischen Staat. Ende 1920 wechselte er zur Falkenauer-Kohlebergbau AG in Falknov nad Ohří, in der er zwölf Jahre als Bergdirektor fungierte. Seine reichhaltigen Erfahrungen, die er im Zuge seiner beruflichen Praxis erworben hatte, legte er in einer Dissertation mit dem Thema „Über Brikettierung böhmischer Braunkohlen“ an der Montanistischen Hochschule in Leoben vor; 1923 Dr. mont. 1933 wurde Apfelbeck selbstständiger Unternehmer, gründete die Firma Carolus-Zeche mit Braunkohleförderung im Tiefbau sowie einem Kaolin- und Schamottewerk im tschechischen Mírová. In dieser Zeit entwickelte er ein Dampfhärteverfahren von Bims- und Schlackensteinen zur fabriksmäßigen Herstellung von Fertigbauteilen für den Hausbau. Dies führte auch zu seiner mehrheitlichen Beteiligung an der Firma Dorobeton GmbH in Chomutov. Ein weiteres technisches Betätigungsfeld Apfelbecks galt der Optimierung der Briketterzeugung durch spezielle Brikettpressen, für die er Patente anmeldete („Apfelbeckʼsche Ringwalzenpresse“). Dies ermöglichte ihm, sich 1942 an der Porzellanfabrik Heinzmann, Apfelbeck und Lang in Božičany zu beteiligen. 1943 partizipierte Apfelbeck an der burgenländischen Tauchener Kohlenindustrie AG und entwickelte als Vorsitzender des Unternehmens einen Reorganisationsplan für den Betrieb. Nach dem Ende des 2. Weltkriegs konnte die Steiermärkische Landesregierung Apfelbeck für die Mitarbeit beim Kohlenplanungsausschuss für die Steiermark und Kärnten gewinnen. Anfang 1946 trat er den Dienst als Bergwerksdirektor der Oesterreichisch-Alpinen Montangesellschaft an. 1947 wurde er, nachdem er bereits ab Mitte September 1946 die Lehrkanzel für Bergbaukunde an der Montanistischen Hochschule in Leoben suppliert hatte, rückwirkend mit Anfang Oktober 1946 zum o. Hochschulprofessor für Bergbaukunde ernannt. Dabei bestand sein Dienstverhältnis als Bergwerksdirektor der Oesterreichisch-Alpinen Montangesellschaft weiter. Apfelbeck war zudem Geschäftsführer der staatlichen Bergbauförderungsgesellschaft. Unter seiner Leitung kam es zu einer Fördererhöhung des österreichischen Kohlenbergbaus um nahezu 100 % gegenüber der Zwischenkriegszeit. Anfang Februar 1957 wurde er am Institut für Bergbaukunde der Montanistischen Hochschule Leoben emeritiert. Apfelbeck meldete Patente auf dem Gebiet der Kohlenveredelung (Hochdruckbrikettierung von Kohlen ohne Bindemittel), der keramischen Verarbeitung und der Verwendung von Graphit im Hochofenprozess an. Sein publizistisches Œuvre umfasst Abhandlungen über den Kohle- und Erzabbau, speziell in Österreich. Darüber hinaus verfasste er wichtige Gutachten. Sein Nachlass befindet sich in der Montanuniversität Leoben, Steiermark.

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