Apfelthaller Maximilian (Max) Karl Johann, Gynäkologe und Geburtshelfer. Geb. Linz (Oberösterreich), 22. 4. 1893; gest. Innsbruck (Tirol), 25. 11. 1956; röm.-kath. Sohn von Katharina Apfelthaller, geb. Junger, und dem Kaufmann Rudolf Apfelthaller, Vater von Maximilian Apfelthaller (1935–2020), der sein Medizinstudium krankheitshalber abbrechen musste und dann Mesner in der Wiener Pfarre Franz von Sales wurde; ab 1930 verheiratet mit Dr. med. Klara (Claire) Apfelthaller, geb. Mayer (geb. Steinamanger/Szombathely, Ungarn, 28. 8. 1901, mos., spätestens ab April 1935 röm.-kath.). – Nach dem Besuch des Staatsgymnasiums in Linz (Matura 1912) begann Apfelthaller ein Medizinstudium an der Universität Wien sowie parallel dazu ein Studium an der Akademie der bildenden Künste. Im 1. Weltkrieg eingezogen, leistete er vier Jahre Kriegsdienst (1915 Sanitätsfähnrich der Reserve, 1917 Sanitätsleutnant der Reserve). 1921 erfolgte seine Promotion zum Dr. med. in Wien. 1921–24 wirkte Apfelthaller als Assistent an der chirurgischen Abteilung des Allgemeinen Krankenhauses in Linz. Ab 1925 absolvierte er eine gynäkologische Ausbildung bei →Heinrich von Peham an der 1. Universitäts-Frauenklinik in Wien. 1928–37 war er Leiter der Geburtshilflichen Abteilung des Rudolfinerhauses (1934 Medizinalrat), von Mai 1937 bis 1938 Primarius am Kaiserin Elisabeth-Wöchnerinnenheim des Vereins Lucina im Kaiser-Franz-Josef-Spital. Im August 1938 wurde er aus politischen und „rassischen“ Gründen entlassen: Er war freiwilliges Mitglied der Vaterländischen Front, demonstrierte ein ablehnendes Verhalten gegenüber der NSDAP, seine Frau war nach den Nürnberger „Rassegesetzen“ Jüdin und Apfelthaller hielt gute Kontakte zur jüdischen Gemeinde. Bis 1945 war er daher in seiner Privatpraxis tätig sowie als Bunkerarzt verpflichtet. Auf den ihm zustehenden Wiedergutmachungsbetrag verzichtete er zugunsten sozial Bedürftiger. Im Mai 1945 übernahm er als Vorstand die Gynäkologisch-geburtshilfliche Abteilung am Wilhelminenspital. 1949 war Apfelthaller gemeinsam mit drei Mitarbeitern in einen Prozess wegen eines Kunstfehlers involviert, bei dem eine Patientin verstorben war. Apfelthaller wurde zunächst freigesprochen, bei einer Neuaufnahme des Falls durch den Obersten Gerichtshof aber zu zwei Monaten strengen Arrests verurteilt. Daraufhin wurde er aus seiner Position am Wilhelminenspital entlassen, die Entlassung auf seinen Einspruch hin jedoch verschoben und seine Position nach dem endgültigen Freispruch im April 1951 bestätigt. Sein wissenschaftliches Interesse gehörte dem Schwangerschaftsabbruch sowie endokrinologischen Fragestellungen. Er arbeitete auch über Schulterverletzungen des Neugeborenen bei der Geburt und war als Lehrbeauftragter in der Schwesternschule des Wilhelminenspitals tätig. Den Schwangerschaftsabbruch beleuchtete er fachlich streng neutral, indem er die anatomischen, physiologischen und medizinischen Abläufe darstellte, weltanschaulich war er jedoch stark durch seine religiöse Bindung geprägt und sah Mutterschaft als Naturgesetz und den Abbruch als ein Vergehen gegen die göttliche Ordnung. Apfelthaller war ab 1946 Mitglied der Gesellschaft der Ärzte in Wien.

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