Arnold Gottfried Eduard (Godfrey Edward), Oto-Rhino-Laryngologe und Pianist. Geb. Olmütz, Mähren (Olomouc, Tschechien), 6. 1. 1914; gest. Wien, 5. 7. 1989; röm.-kath. Sohn von Maria Arnold, geb. Schichta, und dem Staatsopernsänger Anton Arnold (geb. Weißkirchen, Ungarn / Bela Crkva, Serbien, 31. 1. 1880; gest. Wien, 13. 7. 1954); ab 1941 verheiratet mit Ilse-Marie Isolde Arnold, geb. Reuter (geb. Wien, 1924; gest. Wien, 2016). – Nach dem Besuch der Theresianischen Akademie (Matura 1932) studierte Arnold Medizin an der Universität Wien und Musik an der Staatsakademie für Musik und darstellende Kunst Wien mit Hauptfach Klavier. 1935 legte er die Staatsprüfung für das Lehramt Musik und 1936 die künstlerische Reifeprüfung ab. Nach seiner Promotion zum Dr. med. 1937 wirkte er als Demonstrator und Hilfsarzt unter →Heinrich Neumann von Héthárs, ab 1939 unter Siegfried Unterberger an der 1. Universitäts-Hals-Nasen-Ohren-Klinik in Wien. 1940 schloss er seine Ausbildung mit der Facharztprüfung ab. Nach der Zwangspensionierung von Emil Fröschels nach dem „Anschluss“ Österreichs wurde ihm die Leitung der Abteilung für Sprach- und Stimmstörungen an der 1. Universitäts-Hals-Nasen-Ohren-Klinik anvertraut. Die Ausbildung im jungen Fach Phoniatrie hatte er bei Fröschels und Hugo Stern begonnen und in Berlin bei Hermann Gutzmann jun., dem Sohn des Begründers der Phoniatrie, vollendet. Gutzmann, der Arnolds Talent erkannte, empfahl ihn unter Hinweis auf seine Ausbildung zum Pianisten und sein absolutes Gehör für die Weiterführung der nunmehr brachliegenden Phoniatrie in Wien, neben Berlin dem zweitbedeutendsten Zentrum dieses aufstrebenden Fachs. Für die Leitung des Stimm- und Sprachambulatoriums an der 2. Universitäts-Hals-Nasen-Ohren-Klinik bildete Arnold den als Sänger und Arzt dafür prädestinierten Vinzenz Imre heran. 1940 wurde Arnold auch in den Fachbeirat der Internationalen Gesellschaft für Singen und Sprechen berufen. Ein Jahr später habilitierte er sich an der Medizinischen Fakultät in Wien für Sprach- und Stimmheilkunde. Partei- und fachpolitisch wie sein Vater stets zwischen den Fronten stehend, setzte Arnold seine laryngologische Tätigkeit ab 1949 in den USA fort, erst in New York am National Hospital for Speech Disorders und als wissenschaftlicher Direktor an der Hals-Nasen-Ohren-Abteilung des New York Eye and Ear Infirmary of Mount Sinai. 1963 wechselte er an das University of Mississippi Medical Center in Jackson. Dort wurde er zum Pionier der stimmverbessernden Chirurgie, wofür er im Gespräch mit dem Phoniater Hans von Leden den Begriff „Phonochirurgie“ prägte, und entwickelte in weiterer Folge das Konzept der Laryngologie, die in die rein konservative Phoniatrie Gutzmanns eine funktionell-chirurgische Komponente einbrachte. Nach Beendigung seiner beruflichen Laufbahn kehrte Arnold 1983 nach Wien zurück. Arnold begann ab 1939 ein umfangreiches, breit gestreutes wissenschaftliches Werk unter Einschluss vieler Nachbarbereiche der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde wie der Neurologie und der Inneren Medizin. Er etablierte die Audiometrie in der Phoniatrie, etwa zur Erforschung von audiogener Dyslalie und zentralen Hör- und Sprachstörungen, also grundlegende Beiträge für die aufkommende Pädaudiologie. Mit dem Schweizer Hals-Nasen-Ohren-Arzt Richard Luchsinger verfasste er 1949 für das „Lehrbuch der Stimm- und Sprachheilkunde“ den umfangreicheren zweiten Teil „Die Sprache und ihre Störungen“, wofür er die Ausarbeitung des Kapitels über die Psychologie der Sprache (Kapitel V) Friedrich Kainz und die psychologische Untersuchung von Kindern (Kapitel VII, Teil 3) Edeltraud Baar übertrug. Für das vierbändige Standardwerk „Mund- und Kieferchirurgie“ (2. Teil, 2. Hälfte, 1948) von →Johann Pichler und Richard Trauner verfasste er den Artikel „Die Gaumenspaltensprache“ als Fundament für die Zusammenarbeit von Kieferchirurgie und Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Zahlreiche seiner Beiträge erschienen in führenden internationalen Fachzeitschriften. 1982 erhielt er eine Auszeichnung der American Speech-Language-Hearing Association, 1988 die Ehrenmedaille der Bundeshauptstadt Wien in Gold.

) 