Auer Albert (Alfons) OSB, Theologe. Geb. Landshut, Deutsches Reich (Deutschland), 27. 1. 1891; gest. Flüeli (Schweiz), 20. 3. 1973 (begraben: Sachseln, Schweiz); röm.-kath. Sohn des Präparandenlehrers Johann Auer und der Amalia Auer, geb. Priller. – Nach Universitätsstudien in München, Berlin, Cambridge und Oxford sowie einer Ausbildung zum staatlich geprüften Bibliothekar wurde Auer Mönch. Ab 1911 gehörte er der Benediktinerabtei Emaus in Prag an; als angehender Kleriker leistete er Kriegsdienst als Sanitäter an der Ost- und Südwestfront. Wegen der Ausweisung deutscher Patres aus der Tschechoslowakei trat er 1920 zur Abtei Neresheim in Württemberg über. 1921 wurde er in Regensburg zum Priester geweiht. Auer studierte in München mittellateinische Philologie, geschichtliche Hilfswissenschaften sowie Philosophie und promovierte 1925 mit einer Studie über Johannes von Dambach zum Dr. phil. Die Anregung zu dem Thema hatte er vom Philosophen Clemens Bäumker erhalten, der aber während Auers Arbeit an der Dissertation verstarb. 1928 erfolgte die Habilitation für Christliche Philosophie an der Salzburger Theologischen Fakultät, ein Zusatzstudium der Erziehungswissenschaft belegte er in München. Ab dem Wintersemester 1928/29 war Auer als Privatdozent an der Salzburger Hochschule tätig, 1930 ernannte man ihn ebendort zum o. Universitätsprofessor für Christliche Philosophie unter besonderer Berücksichtigung der Ethik. Er war bis 1964 als Hochschullehrer tätig, in seinen Vorlesungen behandelte er Philosophie, Ethik, Naturrecht und mittelalterliche Mystik. Daneben hielt er Vorträge bei den 1931 ins Leben gerufenen Salzburger Hochschulwochen, im Katholischen Bildungswerk und an Volkshochschulen. Zudem war er ein gefragter Prediger und Exerzitienleiter. Anlässlich seines 60. Geburtstags lobte ein Journalist der „Salzburger Nachrichten“ die durchschlagende „Wucht seines Vortrages“. Während der NS-Zeit hielt Auer, der seit seinem Münchner Studium in katholischen Studentenverbindungen aktiv war und in Salzburg auf dem Areal des Benediktinerinnenklosters Nonnberg wohnte, geheime Katechesen und Glaubensgespräche in den Sakristeien der Kollegienkirche und des Doms ab. In seinen Veröffentlichungen griff Auer die Themen Mystik (v. a. Leidenstheologie des Mittelalters), Ökumene, Naturrecht und Kritik des Dialektischen Materialismus auf, daneben interessierte er sich für Augustinus und Franz von Assisi. Karl Bihlmeyer hob seine „Sorgfalt und Gründlichkeit“ als Bearbeiter einer Neuedition von →Heinrich Seuse Denifles „Das Geistliche Leben“ (1936) hervor, die „begeistert und begeisternd“ wirke. Im März 1946 eröffnete sein Werk „Theologisches Denken als Deutung der Zeit“ die Buchreihe „Das geistige Österreich“ des Salzburger Jgonta Verlags. Joseph Ratzinger kennzeichnete Auer in einer Rezension 1956 als „Philosophen und Historiker von Rang“. Auer war zudem um 1960 an den Anfängen des Internationalen Forschungszentrums für Grundfragen der Wissenschaften in Salzburg (heute – 2024 – Internationales Forschungszentrum für soziale und ethische Fragen) beteiligt. Er erhielt 1961 das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst I. Klasse und war Träger des Paracelsus-Rings der Stadt Salzburg.

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